Über den Arnulfsteg

Arnulfsteg Gesamtüberblick

Der Arnulfsteg ist ein sehr neues Bauwerk, welches die beiden Stadtteile Schwanthalerhöhe und Neuhausen (Arnulfpark) miteinander direkt zentral über die Bahngleise verbindet. Ob das Bauwerk ohne die Neubauten, die das Stadtbild auf der östlichen Seite prägen und die neue digitale Welt wie Google und Co. beherbergen, auch entstanden wäre, wer weiß. Immerhin dient es auch zur näheren Anbindung der Angestellten in diesem Büroviertel an den S-Bahnhof der Donnersbergerbrücke.

„Der Arnulfsteg verbindet den Arnulfpark mit dem Stadtteil Schwanthalerhöhe. Zuvor bestand zwischen der stark befahrenen Donnersbergerbrücke und der einen Kilometer östlich dieser gelegenen Hackerbrücke keine Querungsmöglichkeit über das Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes. Der Bahnhof München Donnersbergerbrücke an der S-Bahn-Stammstrecke war nur von der Donnersbergerbrücke aus zugänglich. Mit dem Arnulfsteg erhielten die beiden Bahnsteige des Bahnhofes auch im Osten eine Zugangsmöglichkeit, allerdings ausschließlich über jeweils eine schmale, mehr als 40 Stufen umfassende Treppe mit zwei Treppenabsätzen. Sowohl an Südseite – von der Philipp-Loewenfeld-Straße – als auch auf der Nordseite – von der Erika-Mann-Straße – führt ein gläserner Aufzug auf die Übergangsebene. Die Zufahrt mittels Fahrrad ist auf der Südseite mittels einer langgestreckten Schleife parallel des Gleiskörper möglich. Auf der Nordseite ist der Zugang in Form einer spiralförmig nach oben führenden Fahrbahn realisiert.

Baugeschichte

Ende 2014 beschloss der Münchner Stadtrat den Bau des Steges, der 2017 fertig gestellt werden sollte.Auf Grund von Verzögerungen bei der Materialbeschaffung konnte der Bau nicht durchgeführt werden, da das Errichten der Brücke die Sperrung von Gleisen der Deutschen Bahn erfordert, die nur mit großem zeitlichen Vorlauf möglich ist. Ende 2017 stimmte der Stadtrat erneut für den Bau des Steges, dessen Kosten inzwischen von 18 auf 26 Millionen Euro gestiegen waren. Baubeginn war im April 2018. Die Verkehrsfreigabe erfolgte am 23. Dezember 2020.“

Wikepedia

Der Arnulfsteg ist architektonisch gesehen ein sehr futuristisches Bauwerk, was gut zu den Neubauten am Bahndamm des Arnulfparks passt und sich auf der Nordseite gut in die Architektur einfügt.

Arnulfsteg gesamt mit Architektur
Arnulfsteg gesamt mit Architektur

Vom Süden her die Zugänge für Fussgänger und für Radler.

Dasselbe für den Nordzugang vom Arnulfpark

In der Mitte der Brücke befinden sich die Abgänge zu den S-Bahnsteigen der Haltestelle Donnersbergerbrücke. Das ist für die Angestellten des Arnulfparks eine erhebliche Erleichterung, spart man sich doch den Weg über die Arnulfstrasse über die verkehrsreiche Donnerbergerbrücke mit Autoabgasen und Lärm.

Zugang Donnersbergerbrücke
Zugang Donnersbergerbrücke
Blick auf die S-Bahngleise durch die Verglasung
Blick auf die S-Bahngleise durch die Verglasung

Jeweils zu den An-und Abfahrtszeiten ist der Steg am Besten besucht. Man kann daran auch deutlich erkennen, dass er weniger als Verbindung zwischen den Stadtteilen, als vielmehr für den Zugang zur S-Bahn benutzt wird.

Publikumsverkehr
Publikumsverkehr

Für die Bewohner des Arnulfparks ist der Steg natürlich auch eine Erweiterung der Einkaufsmöglichkeiten und der Kulturangebote im gewachsenen und alten Stadtteil Westend. Besonders mit dem Fahrrad ist der Weg eine Sache von Minuten, auch seitdem die Landsbergerstrasse nunmehr einen Ampelübergang direkt an der Bergmannstrasse als direkten Zugang vom Westend bietet.

Radler auf dem Arnulfsteg
Radler auf dem Arnulfsteg

Der Arnulfsteg bietet aber auch einige sehr reizvolle Ausblicke auf die Stadt und ist im Gegensatz zur Hackerbrücke eben vollkommen autofrei. Natürlich fehlen auch hier nicht die üblichen „Verzierungen“ an den Wänden und Scheiben. Man kann dazu stehen, wie man will, in einem urbanen Umfeld gehören diese mittlerweilen zum Alltag. Manche sind einfach nur Geschmier, manche sogar recht lustig.

Der Steg bietet aber neben seiner Bedeutung für den Verkehr sehr interessante Architektur für denjenigen, der sich dafür interessiert und der einen Blick dafür hat.

Radlerschleife Süd bei Wolkenhimmel
Radlerschleife Süd bei Wolkenhimmel

Für diejengen, denen es auf der Hackerbrücke zu laut und zu geschäftig ist, können ihren Feierabend auch in einer der zahlreichen Nischen auf den Betonflächen vor den Aussichtsscheiben geniessen. Besonders der Sonnenuntergang mit Blick auf den Central Tower und die Donnersbergerstrasse ist ein Highlight.

Sundown
Sundown

Über die Hackerbrücke

Hackerbrücke_24

Man streitet sich, ob die Hackerbrücke zum Westend gehört… Genaugenommen befindet sich in der Mitte die Grenze zwischen dem Westend und dem angrenzenden Stadtteil Maxvorstadt. Eine Brücke kann man aber nicht teilen. Also gehört sie eigentlich zu beiden Stadtteilen und von der Lebendigkeit und Urbanität her gesehen gehört sie ehe mehr zum Westend als zur Maxvorstadt..

Offizielles (aus Wikipedia)

Lage

Die Hackerbrücke verbindet die Landsberger Straße im Stadtteil Westend südlich mit der Arnulfstraße nördlich des Gleisvorfeldes München Hauptbahnhof und damit mit dem ehemaligen Marsfeld in der Maxvorstadt. Die Zugangsstraße zu beiden Enden der Brücke heißt Grasserstraße. Die Brücke selbst liegt im Stadtteil Ludwigsvorstadt.

Geschichte und Technik

Die Hackerbrücke wurde 1890–1894 durch die Maschinenbau-Actien-Gesellschaft Nürnberg vorm. Klett & Co. von deren Tochterfirma, dem MAN Werk Gustavsburg erbaut und ist eine der wenigen erhaltenen Bogenbrücken des 19. Jahrhunderts in Deutschland, die aus Schmiedeeisen bestehen, bzw. aus Schweißeisen, wie man es zu dieser Zeit nannte. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie teilweise zerstört und 1953 rekonstruiert. Eine gründliche Sanierung erfolgte 1983–1984, die Konstruktion wurde hierbei nicht verändert. Ähnlich wie bei einem Langerscher Balken werden die an den Fachwerkbögen auftretenden Horizontalzugkräfte durch ein auf etwa Kopfhöhe verlaufendes Zugband aufgenommen. Eine auf Querträgern aufgelegte Betonplatte für die Fahrbahn ist an den Fachwerkbögen aufgehängt, welche auf den Brückenpfeilern ruhen. Die Fahrbahn ist 7 m breit; außerhalb der Fachwerkträger sind Gehwege angeordnet.[1]

Der Vorgängerbau der heutigen Brücke war die 1870 fertiggestellte Herbststraßenbrücke in einfacher Eisenfachwerkkonstruktion etwas östlich der heutigen Hackerbrücke. Zuvor befand sich hier ein niveaugleicher Bahnübergang.

Ihren Namen erhielt die Brücke durch die bis Ende der 1980er-Jahre am südlichen Ende zwischen Brücke und Bayerstraße ansässige Brauerei Hacker-Pschorr.“

Quelle : Hackerbrücke-Wikepedia

Aha, also das Westend heisst eigentlich im Amtsdeutsch „Ludwigsvorstadt“. Weiss man vielleicht, muss man aber nicht wissen. „Können Sie mir bitte mal den Weg zur Ludwigsvorstadt erklären?“ klingt irgendwie aufgesetzt…. In diesem Beitrag geht es auch weniger um Wissen, sondern um meine Fotos, die die Brücke und das Leben auf, neben und unter ihr ein bisschen veranschaulichen soll.

Bilder

Das ist die Seite vom Westend aus gesehen. Radfahrer haben es hier nicht leicht.

Hackerbrücke_1
Blick von Süden zur Maxvorstadt

Noch ein Radfahrer, im Hintergrund die PWC -Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Hackerbrücke_2
Blick zu den Wirtschaftsprüfern von PWC

Hier sieht man die angrenzenden modernen Bürogebäude, die sich bis zur Donnersbergerbrücke erstrecken, im Kontrast zur industriell anmutenden Konstruktion der Brücke.

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Blick zum Arnulfpark

Das Dach der Brücke gegen den Himmel.

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Metall

Das Innere vom Äusseren. Genauigkeit und Präzision.

Hackerbrücke_4
Das Innere

Das Geländer…. Natürlich mit urbaner Verzierung, an der man sich aber nicht stören sollte. Gehört einfach in einer Millionenstadt dazu.

Hackerbrücke_16

offizielle Beschriftungen links

Hackerbrücke_23

und rechts der Brücke

Hackerbrücke_17

inoffizielle Beschriftungen gibt es unzählige…

Hackerbrücke_6

Hier ein paar Beispiele

Kommen wir zu dem eigentlichen Zweck der Brücke, dem Verkehr. Die Hackerbrücke ist ein Verkehrsknotenpunkt und eine vielbenutzte S-Bahnstation für Tausende Pendler, die jeden Tag in und aus den Büros und Werkstätten der Gegend strömen.

Wie überall in grossen Städten, haben auch Tauben irgendwo ihren Platz.

Hackerbrücke_7
Tauben unter der Hackerbrücke

Wie auf jeder bekannten Brücke, gibt es auch an der Hackerbrücke Hunderte von mehr oder weniger ernst gemeinten Liebesschwüren für die Ewigkeit zu erkunden.

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Liebesschwüre

Über solides Mauerwerk betritt man die Brücke auf der nördlichen Seite

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gemauerter Teil auf der nördlichen Hälfte

Am Ende des Tages sitzt man gerne auf der Brücke und geniesst die Aussicht. In modernen Zeiten kann man sich natürlich auch seine Getränke liefern lassen für den gepflegten sundowner. Kann man nun die Nase drüber rümpfen und sich seine Halbe selber mitbringen. Für den coronageplagten Wirt im Westend ist es vielleicht ein benötigter Zusatzumsatz….

Flohmarkt Theresienwiese

Flohmarkt Theresienwiese_1

Die Fotos sind vom großen Flohmarkt 2018 auf der Theresienwiese entstanden. Wobei, ist der Name „Flohmarkt“ für diese riesige Veranstaltung überhaupt gerechtfertigt? Unter „Flohmarkt“ versteht man normalerweise eine kleine, örtlich begrenzte Veranstaltung mit Nachbarschaftscharakter, bei dem man seine gebrauchten Sachen loswerden kann, mit Leuten ins Gespäch kommt und irgendwelchen antiken und oder gebrauchten Krempel für sein Hobby sucht oder um seine Wohnung zu verschönern. Gewerbsmässige Händler , die neue Teppiche oder teure Antiquitäten verkaufen, gehören eigentlich nicht dazu. Darum sehe ich der Neuaflage, die mit ziemlicher Sicherheit dieses Jahr stattfinden wird, eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Man geht hin, um dabeizusein, aber kaufen werde ich da nichts. Dafür gibt es die Hofflohmärkte im Westend oder in anderen Stadteilen. Auf jeden Fall ist es ein Riesenevent und eine schöne Kulisse.

Riesenflohmarkt in München 2022, München Travel

Falsche Farbe

E Scooter green 1

Eigentlich steht ja grün für Fortschritt, Weiterkommen und Hoffnung.
Jetzt im Winter, wenn man morgens früh zur Arbeit geht oder abends zum Einkaufen, leuchten einem die grünen Lichter der meist kreuz und quer abgestellten E-Scooter ins Gesicht. Besser wäre es, im Dunkeln ein rotes Licht leuchten zu lassen, sozusagen als Warnung vor der Stolperfalle. Das ist gerade im Westend mit den meist engen Strassen ein ziemliches Problem.

E Scooter green 2
E-Scooter in der Bergmannstrasse


Die meisten Passanten sehen ja diese merkwürdigen Gefährte mehr als Strassenhindernis an als ein modernes Verkehrsmittel. So wird einem von vornherein der Einstieg und die Benutzung dieser an sich recht sinnigen technischen Weiterentwicklung vergällt. Hätte doch das kleine wendige Ding das Potential, einiges an Autoverkehr aus den engen Stadtteilen rauszubringen. Als individuelles Verkehrsmittel für eine „Zwischenfahrt“ als Zubringer zum Zug oder zur S-Bahn wäre es ja ideal. Die Dinger sind schnell und, im Gegensatz zum Rad, kommt man nicht verschwitzt ins Büro. Trainerte Radfahrer werden über solche Aussagen eher schmunzeln, aber es ist ja nun mal nicht jeder so sportlich.
Leider schaut die Realität so aus, dass die E-Scooter vor allen Dingen als „Funmobil“ genutzt werden.

„Dann haben die sich auf einem Raum breitgemacht, der eigentlich für etwas ganz Anderes gedacht war und benötigt wird – nämlich fürs Gehen und Stehen und so weiter. Die sind jetzt zu Parkräumen, Abstellräumen und Unfallräumen für Elektro-Roller entwertet worden. Und damit haben diese Geräte mehr bestehende Mobilität vernichtet, als sie neue geschaffen haben. Stimpel kritisiert vor allem den Umgang mit den Leih-Elektro-Rollern. „Die Verleiher wollen sich’s bequem machen und mit den Geräten überall sichtbar sein. Und die Kunden werfen ihre Geräte hin, wo es ihnen gerade passt.“……

Nur drei Prozent der Befragten gaben an, den Elektroroller für Arbeitswege oder Erledigungen zu nutzen. Die Hälfte wäre sonst zu Fuß gegangen, ein knappes Drittel hätte den öffentlichen Nahverkehr benutzt und nur vier Prozent ließen für den Scooter das eigene Auto stehen. Als die Scooter aufkamen, galten sie als sinnvolle Alternative für die urbane Mobilität: Denn Städte suchen dringend nach neuen Verkehrskonzepten, weil Straßen verstopft sind und Staus immer länger werden, weil die Luft schlecht ist und die menschengemachte Erderwärmung fortschreitet.

Quelle : Deutschlandfunk, Kontroverse über E-Scooter, 11.08.2021 von Marlene Thiele

Ladeflächen

E Auto Ladeplatz
öffentlicher Ladeplatz in der Ganghoferstrasse für E-Autos

Ladeflächen

Man weiss nicht, wie lange der BMW I3 da schon steht und den Ladeplatz an der Ganghoferstrasse blockiert. So wird es jedenfalls nichts mit der Verkehrswende. Anstelle des grünen Lichts sollte es hier eher rot blinken, damit jedem dieses unsolidarische Verhalten auffällt. Und der Blockierer sollte bei zu langem Parken dort zur Kasse gebeten werden. In der Theorie darf auf diesen Plätzen zwar kein Verbrenner stehen, in der Praxis aber steht hier über Nacht alles Mögliche, bloss kein Elektroauto. Ich geh da nämlich jeden Morgen vorbei zur Arbeit.

westend skyline

Bahnterasse
Bahnterasse (zum Vergrössern klicken)

Man kann Einiges im Westend unternehmen ohne Geld.
Neben den Berühmtheiten wie die Bavaria gibt es auch Orte, die nicht so bekannt sind. Zum Beispiel der Bahndamm am Max-Friedlander-Bogen. Allerdings ist es erst abends vor der beleuchteten Skyline der Hightechfirmen auf der anderen Seite so richtig glitzernd urban. Und im Winter kann man den kleinen Spaziergang auch nicht so richtig geniessen.
Am Besten fährt man mit der 18’er zur Haltestelle Schrenkstrasse und quert dann die Ampel stadteinwärts auf der linken Seite. Dann nach 10 Metern rechts sieht man schon die Skyline und die schimmernden Bahngleise. Am Ende der Strasse biegt man nach rechts ab und geht immer ganz nahe am Geländer lang Richtung Hackerbrücke und geniesst diesen interessanten Ausblick. Auf jeden Fall sollte man sich die Muße gönnen, eine Weile auf eine der Bänke am Wegesrand Platz zu nehmen und dem Zugverkehr zum Münchner Hauptbahnhof zuzuschauen. Es lohnt sich und man kann darüber sinnieren, wohin die Züge fahren, an die letzte Reise denken und etwas Fernweh hochkommen lassen…..
Wenn man genug geträumt hat, geht man weiter und verlässt die Bahntrasse hoch zur Hackerbrücke.

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