Flohmarkt Theresienwiese

Flohmarkt Theresienwiese_1

Die Fotos sind vom großen Flohmarkt 2018 auf der Theresienwiese entstanden. Wobei, ist der Name „Flohmarkt“ für diese riesige Veranstaltung überhaupt gerechtfertigt? Unter „Flohmarkt“ versteht man normalerweise eine kleine, örtlich begrenzte Veranstaltung mit Nachbarschaftscharakter, bei dem man seine gebrauchten Sachen loswerden kann, mit Leuten ins Gespäch kommt und irgendwelchen antiken und oder gebrauchten Krempel für sein Hobby sucht oder um seine Wohnung zu verschönern. Gewerbsmässige Händler , die neue Teppiche oder teure Antiquitäten verkaufen, gehören eigentlich nicht dazu. Darum sehe ich der Neuaflage, die mit ziemlicher Sicherheit dieses Jahr stattfinden wird, eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Man geht hin, um dabeizusein, aber kaufen werde ich da nichts. Dafür gibt es die Hofflohmärkte im Westend oder in anderen Stadteilen. Auf jeden Fall ist es ein Riesenevent und eine schöne Kulisse.

Riesenflohmarkt in München 2022, München Travel

Falsche Farbe

E Scooter green 1

Eigentlich steht ja grün für Fortschritt, Weiterkommen und Hoffnung.
Jetzt im Winter, wenn man morgens früh zur Arbeit geht oder abends zum Einkaufen, leuchten einem die grünen Lichter der meist kreuz und quer abgestellten E-Scooter ins Gesicht. Besser wäre es, im Dunkeln ein rotes Licht leuchten zu lassen, sozusagen als Warnung vor der Stolperfalle. Das ist gerade im Westend mit den meist engen Strassen ein ziemliches Problem.

E Scooter green 2
E-Scooter in der Bergmannstrasse


Die meisten Passanten sehen ja diese merkwürdigen Gefährte mehr als Strassenhindernis an als ein modernes Verkehrsmittel. So wird einem von vornherein der Einstieg und die Benutzung dieser an sich recht sinnigen technischen Weiterentwicklung vergällt. Hätte doch das kleine wendige Ding das Potential, einiges an Autoverkehr aus den engen Stadtteilen rauszubringen. Als individuelles Verkehrsmittel für eine „Zwischenfahrt“ als Zubringer zum Zug oder zur S-Bahn wäre es ja ideal. Die Dinger sind schnell und, im Gegensatz zum Rad, kommt man nicht verschwitzt ins Büro. Trainerte Radfahrer werden über solche Aussagen eher schmunzeln, aber es ist ja nun mal nicht jeder so sportlich.
Leider schaut die Realität so aus, dass die E-Scooter vor allen Dingen als „Funmobil“ genutzt werden.

„Dann haben die sich auf einem Raum breitgemacht, der eigentlich für etwas ganz Anderes gedacht war und benötigt wird – nämlich fürs Gehen und Stehen und so weiter. Die sind jetzt zu Parkräumen, Abstellräumen und Unfallräumen für Elektro-Roller entwertet worden. Und damit haben diese Geräte mehr bestehende Mobilität vernichtet, als sie neue geschaffen haben. Stimpel kritisiert vor allem den Umgang mit den Leih-Elektro-Rollern. „Die Verleiher wollen sich’s bequem machen und mit den Geräten überall sichtbar sein. Und die Kunden werfen ihre Geräte hin, wo es ihnen gerade passt.“……

Nur drei Prozent der Befragten gaben an, den Elektroroller für Arbeitswege oder Erledigungen zu nutzen. Die Hälfte wäre sonst zu Fuß gegangen, ein knappes Drittel hätte den öffentlichen Nahverkehr benutzt und nur vier Prozent ließen für den Scooter das eigene Auto stehen. Als die Scooter aufkamen, galten sie als sinnvolle Alternative für die urbane Mobilität: Denn Städte suchen dringend nach neuen Verkehrskonzepten, weil Straßen verstopft sind und Staus immer länger werden, weil die Luft schlecht ist und die menschengemachte Erderwärmung fortschreitet.

Quelle : Deutschlandfunk, Kontroverse über E-Scooter, 11.08.2021 von Marlene Thiele

Ladeflächen

E Auto Ladeplatz
öffentlicher Ladeplatz in der Ganghoferstrasse für E-Autos

Ladeflächen

Man weiss nicht, wie lange der BMW I3 da schon steht und den Ladeplatz an der Ganghoferstrasse blockiert. So wird es jedenfalls nichts mit der Verkehrswende. Anstelle des grünen Lichts sollte es hier eher rot blinken, damit jedem dieses unsolidarische Verhalten auffällt. Und der Blockierer sollte bei zu langem Parken dort zur Kasse gebeten werden. In der Theorie darf auf diesen Plätzen zwar kein Verbrenner stehen, in der Praxis aber steht hier über Nacht alles Mögliche, bloss kein Elektroauto. Ich geh da nämlich jeden Morgen vorbei zur Arbeit.

westend skyline

Bahnterasse
Bahnterasse (zum Vergrössern klicken)

Man kann Einiges im Westend unternehmen ohne Geld.
Neben den Berühmtheiten wie die Bavaria gibt es auch Orte, die nicht so bekannt sind. Zum Beispiel der Bahndamm am Max-Friedlander-Bogen. Allerdings ist es erst abends vor der beleuchteten Skyline der Hightechfirmen auf der anderen Seite so richtig glitzernd urban. Und im Winter kann man den kleinen Spaziergang auch nicht so richtig geniessen.
Am Besten fährt man mit der 18’er zur Haltestelle Schrenkstrasse und quert dann die Ampel stadteinwärts auf der linken Seite. Dann nach 10 Metern rechts sieht man schon die Skyline und die schimmernden Bahngleise. Am Ende der Strasse biegt man nach rechts ab und geht immer ganz nahe am Geländer lang Richtung Hackerbrücke und geniesst diesen interessanten Ausblick. Auf jeden Fall sollte man sich die Muße gönnen, eine Weile auf eine der Bänke am Wegesrand Platz zu nehmen und dem Zugverkehr zum Münchner Hauptbahnhof zuzuschauen. Es lohnt sich und man kann darüber sinnieren, wohin die Züge fahren, an die letzte Reise denken und etwas Fernweh hochkommen lassen…..
Wenn man genug geträumt hat, geht man weiter und verlässt die Bahntrasse hoch zur Hackerbrücke.

Die sinnlose Treppe

KPMG-Treppe
KPMG-Treppe

Wenn man das Erstemal vor diesem Kunstwerk steht, kommt man ins Grübeln, was das denn soll? Eine Treppe, die in die Höhe und dann wieder in die Tiefe führt ohne Möglichkeit, am Ziel auszusteigen und den Treppenbesteiger dazu zwingt, sich endlos im Kreis zu drehen…. Von daher hätte der Name „Umkreisung“ anstatt „Umschreibung“ vielleicht besser zu dem Objekt gepasst? Na ja, eine Umschreibung ist es übertragenen Sinne dann doch auch, weil das Ganze ja irgendwie nicht fassbar ist und man mit den nackten technischen Beschreibungen, (Doppelhelix und so weiter), den Sinn nicht erfassen kann.


Leider kann man die Treppe nicht betreten und diese Gedanken, die einen unweigerlich beim Betrachten dieses merkwürdigen Objekts überkommen, in der Praxis überprüfen. Ich persönlich finde den Ort dieses zum Nachdenken anregende Kunstwerks eher schlecht gewählt. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wie die KPMG, die ja noch in den umgebenden Büroräumen residiert, soll ja effektiv und zielgerichtet arbeiten und sich nicht sinnlos im Kreis drehen. Oder ist das Wirken eines solchen Unternehmens dann doch sinnlos? Vielleicht kommt ja nach dem baldigen Auszugs der KPMG ein Unternehmen in dieses Gebäude, das besser zu der Treppe passt…

Fragen über Fragen, die man am Besten am Wochenende für sich im Stillen beantwortet, wenn das Gebäude weitgehend leer steht und man die schönen Bänke am Eingang des Innenhofs in Ruhe besetzen kann. Auf jeden Fall bietet die Treppe ein lohnendes Motiv für Fotografen aller Art, die hier in Ruhe verschiedene Blickwinkel und Einstellungen ausprobieren wollen. Wenn man mit der U4/U5 am Ubahnhof Schwanthalerhöhe angekommen ist, geht man dem Schild Richtung Georg-Freundorferplatz entlang und dann hoch zum Ausgang Richtung Ganghoferstrasse. Nach ca. 150 Metern die Ganghoferstrase entlang auf der linken Seite sieht man dann im Hof der KPMG das Kunstwerk.

apokalyptische Ansicht
apokalyptische Ansicht
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